DIANA®

Distraktions-Interferenz-Arthrodese des Sakroiliakalgelenks

Indikationen

  • Primäre Arthrose

Wie bei jedem anderen Gelenk des menschlichen Körpers, kann es auch im SIG früher oder später zu einer Arthrose (Verschleiß der Gelenkflächen) kommen.

  • Instabilität nach Kindsgeburt (Post partum)

Während die Gelenkflächen des SIG beim Säugling nahezu vollständig eben sind, haben sie beim Erwachsenen eine unregelmäßige, individuell verschiedene Oberfläche. Trotzdem sind beide Gelenkflächen im Erwachsenenalter völlig kongruent (deckungsgleich) zueinander. Aus verschiedenen Gründen (z.B. nach einer Schwangerschaft) kann es jedoch dazu kommen, dass diese Kongruenz aufgehoben wird und das Gelenk deshalb vorzeitig „verschleißt“.

  • Akzessorische Gelenke

Ein weiterer Grund für Beschwerden des SIG können irreguläre knöcherne Verbindungen zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein sein. Diese knöchernen „beinahe“-Verbindungen sind während des körperlichen Wachstums entstanden und werden meist erst im mittleren Lebensalter symptomatisch, d.h. schmerzhaft.

  • Sekundäre Arthrose i.S. „Anschlußdegeneration“

Vorangegangene Versteifungsoperationen an der Lendenwirbelsäule können den Druck, der auf beiden Kreuzdarmbeingelenken lastet, noch zusätzlich erhöhen. Diese vermehrte Druckbelastung der Gelenke kann somit im Laufe der Zeit zu einer vorzeitigen schmerzhaften Arthrose führen bzw. eine vorbestehende Arthrose plötzlich symptomatisch werden lassen.

  • Posttraumatische Degeneration

Frakturen des Beckens, die eine Verletzung des SIG einschließen, können selbst nach adäquater operativer Stabilisierung (z.B. durch eine Verschraubung) und knöcherner Ausheilung, ebenfalls eine vorzeitige schmerzhafte Arthrose des SIG bedingen.

  • Seronegative Spondarthritiden

Seltener führt eine Spondylarthropathie (chronische entzündliche rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule), wie z.B. die Spondylitis ankylosans (Mb. Bechterew), zu schmerzhaften entzündlichen Veränderungen des SIG (Sakroiliitis).

  • Dysplasie

Eine sichtbare Fehlbildung der Sakroiliakalgelenke kann ebenso eine Ursache für Schmerzen im unteren Rückenbereich darstellen.

  • Wiederholte Mikrotraumen

Mehrfache geringfügige, unterschwellige Verletzungen (Traumen) der Gewebestrukturen um das SIG können – wenn sie über einen ausreichend langen Zeitraum auf die Strukturen einwirken – klinisch relevante Veränderungen auslösen, ohne dass vorher Warnsignale (z.B. Schmerzen) aufgetreten sind.